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"Angreifen, raus, was tun" - Trauer um Gotthilf Fischer, den König der Chöre

Der Kult-Chorleiter der berühmten Fischer-Chöre, Gotthilf Fischer, ist am Freitag im Alter von 92 Jahren nach den Worten seiner Managerin an Altersschwäche gestorben. Er wurde mittlerweile auch an einem geheimen Ort beerdigt.

Fischer wurde am 11. Februar 1928 in Plochingen geboren, wuchs als Sohn eines Hobbymusikers auf, hatte nie eine musikalische Ausbildung, gründete dennoch mit 14 Jahren seinen ersten Chor. Drei Jahre später übernahm er die Leitung des Gesangvereins Concordia in Deizisau, später wurde er Leiter weiterer Gesangvereine. Zu bundesweiter Berühmtheit gelangte er, als die Fischer-Chöre 1969 in der Sendung „Dreimal neun“ mit Wim Thoelke auftraten. Bald darauf erschien die erste Schallplatte. Fischer, der mit unschlagbarem Humor, überquellender Lebensfreude und unerschöpflichem Optimismus ausgestattet war, dirigierte zwischenzeitlich mehr als 60 000 Sänger auf der ganzen Welt. Auf seine üppige Haarpracht angesprochen, entgegnete er einmal: "Das Haar ist eine Sumpfpflanze und gedeiht nur auf Wasserköpfen."

Die Krone in Ilsfeld-Auenstein war Fischers Stammlokal. Dauernd auf Achse, ob das nicht zuviel sei in seinem Alter, wurde er einmal gefragt, und er antwortete: "Unterwegs zu sein ist das beste Mittel gegen Krankheiten. Wenn ich merke, eine Grippe ist im Anmarsch, reicht ein Blick in meinen Terminkalender, und der Virus ist weg - weil ich gar keine Zeit dafür habe. Das ist wichtig für uns Alte. Wenn man das Gefühl hat, es kommt ein Wehwehle: angreifen, raus, was tun."

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