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Heilbronn: "Die Kinder von Golzow" in der BOXX

Die Veranstaltungsreihe »Erinnerung ist Liebe zur Zukunft« am Theater Heilbronn geht weiter mit einem Abend über die längste Dokumentation der Filmgeschichte, die zudem einen tiefen Einblick in die Alltagsgeschichte der DDR gewährt: »Die Kinder von Golzow« am 9. Dezember um 20 Uhr in der BOXX.
Die beiden Dokumentarfilmern Barbara und Winfried Junge sind an diesem Abend in der BOXX zu Gast .

9. Dezember 2019 / 20 Uhr / BOXX
»Die Kinder von Golzow«
Filmvorführung und Gespräch mit Barbara und Winfried Junge, Marieluise Seidel, Simone Catharina Gaul
Moderation: Angelika Nguyen

Erinnerung ist Liebe zur Zukunft:
»Die Kinder von Golzow« am 9. Dezember in der BOXX
Aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls widmet sich das Theater Heilbronn in einer ganzen Veranstaltungsreihe dem Thema Deutsche Einheit. Unter dem Titel »Erinnerung ist Liebe zur Zukunft« finden monatliche Lesungen, Vorträge, Gesprächsrunden und Filmabende in Kooperation mit dem Kinostar Arthaus-Kino statt. Am 9. Dezember um 20 Uhr lädt das Theater in die BOXX ein, um »Die Kinder von Golzow« vorzustellen, die längste Dokumentation der Filmgeschichte. In 19 Filmen begleiteten Barbara und Winfried Junge von 1961 bis 2007 die Lebenswege von 18 Menschen der Jahrgänge 1953 bis 1955, ehemals Schüler einer Landschulklasse in Golzow im Oderbruch. Dabei entstanden mehr als 42 Stunden Filmmaterial, die nicht nur die individuellen Lebensgeschichten der Protagonisten beleuchten, sondern auch einen tiefen Einblick in die (Alltags-)Geschichte der DDR und die Folgen der Wiedervereinigung ermöglichen – sowie in Ästhetik und Anspruch des DEFA-Dokumentarfilms. Nach dem Ende der DDR führte Winfried Junge das Golzow-Projekt bis 2007 in Co-Produktion mit Sendern der ARD, vor allem mit dem RBB, weiter. Vor kurzem erfuhr das Projekt zudem eine überraschende Ergänzung: 2016 entstand in dem 800-Seelen-Dorf Golzow Simone Catharina Gauls Dokumentation »Die neuen Kinder von Golzow«, die ein gewagtes Integrationsprojekt dokumentiert: Syrische Flüchtlinge sollen nach Meinung des Bürgermeisters das Dorf, dem inzwischen die Kinder ausgehen, vor dem Verschwinden retten. So wird der kleine brandenburgische Ort erneut zum Schauplatz historisch-politischer Umbrüche. Die Dokumentarfilmer Barbara und Winfried Junge und auch Simone Catharina Gaul sind an wird an diesem Abend in der BOXX zu Gast, außerdem Marieluise Seidel, ein »Kind von Golzow«, die von 1961 – 1995 von Winfried und Barbara Junge begleitet wurde. Die Moderation übernimmt die Filmkritikerin und Filmdramaturgin Angelika Nguyen.

Karten unter 07131/563001 oder unter www.theater-heilbronn.de

 

Winfried Junge
ist Dokumentarfilmregisseur und wurde durch das Langzeitprojekt »Die Kinder von Golzow« bekannt. 1958 macht er sein Diplom zum Filmdramaturgen im DEFA-Studio für Populärwissenschaftliche Filme. Er arbeitete als Dramaturgie- und Regieassistent, vornehmlich bei Filmen von Karl Gass. Daneben war er auch als Filmkritiker tätig. Er wurde mit dem Nationalpreis der DDR und mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet.

Barbara Junge
ist vor allem als Co-Regisseurin des Langzeitprojektes »Die Kinder von Golzow« bekannt. Sie studierte an der Karl-Marx-Universität in Leipzig und schloss mit dem Diplom als Dolmetscherin für Englisch und Russisch ab. Ab 1969 arbeitete sie im DEFA-Studio für Dokumentarfilme und war für fremdsprachige Fassungen der Dokumentarfilme verantwortlich. Ab 1978 betreute sie die Archivdokumentation des »Golzow«-Projekts und ab 1983 auch die Montage der Filme ihres Ehemannes Winfried Junge.

Marieluise Seidel
wurde im September 1954 in Golzow geboren und seit ihrer Einschulung 1961 von Winfried und Barbara Junge für »Die Kinder von Golzow« begleitet. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie als Chemielaborantin, nach der Wende war sie als Zahnarzthelferin tätig. Der Film »Da habt ihr mein Leben. Marieluise – Kind von Golzow« folgt ihr von der Einschulung bis zu ihrem Einzug in ihr Einfamilienhaus in Köln-Troisdorf im Jahr 1995.


Simone Catharina Gaul
wurde 1984 in Stuttgart geboren und lebt als Regisseurin und freie Journalistin in Berlin. Von 2004 bis 2009 studierte sie in Stuttgart und Paris Romanistik und Politikwissenschaft, anschließend Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Abschlussfilm »Bintou« wurde 2014 für den FIRST STEPS Award nominiert. 2018 erschien ihr Dokumentarfilm »Die neuen Kinder von Golzow«, über zwei geflüchtete Familien aus Syrien, die in der 850-Seelen-Stadt Golzow ein neues Leben beginnen.

Angelika Nguyen
arbeitet als freie Referentin und Filmkritikerin in Berlin. Sie studierte Filmdramaturgie, Literaturtheorie, Filmgeschichte und Filmtheorie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Von 1986 bis 1989 war sie Dramaturgieassistentin im DEFA-Spielfilmstudio. 1992 drehte sie den Dokumentarfilm »Bruderland ist abgebrannt« über die Lage vietnamesischer Immigranten in Ostberlin. 2011 erschien ihr Essay »Mutter, wie weit ist Vietnam?« über den Rassismus in ihrer Kindheit in dem Sammelband »Kaltland«.

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