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Von der Traubenblüte bis zur Weinlese

In Heilbronn gibt es eine Fülle von Events rund um das Thema Wein. Eine Übersicht.
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Weingenuss beim Neckar-Gläsle

Würzburg hat den „Brückenschoppen“, Kitzingen den „Stadtschoppen“ und Heilbronn ab dem kommenden Wochenende sein „NeckarGläsle“, das die Weingenießer direkt am Neckarufer genießen können. Vier Gastronomen an der Oberen und Unteren Neckarstraße bieten diesen „Wein-to-Go“-Service jetzt ab 4 Euro für 0,2 l Wein an.
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Impfpflicht für Masern

Schul- und Kindergartenkinder sollen wirksam vor Masern geschützt werden. Das ist Ziel des Masernschutzgesetzes, das am 17. Juli 2019 im Kabinett beschlossen wurde.
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Ab sofort können sich Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg online von einem Tele-Arzt beraten lassen.
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BUGA und Weindorf waren der Renner am Wochenende

Selten war Heilbronn so belebt wie am Wochenende. Die Kombination Wasserspiele Bundesgartenschau und Weindorf war für viele Besucher ein Grund, in die älteste Weinstadtstadt Württembergs zu kommen. An den Weinständen nachgefragt wurden überwiegend Weißweine, informierte Michael Eißler, neuer Geschäftsführer der WG Heilbronn: Burgunder, Riesling, aber auch kräftigere Sorten wie Muskateller. Mit dem Verkauf sind die Anbieter überwiegend zufrieden.
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Kann man Schnee wirklich herbeiwünschen? Gibt es tatsächlich Hunde, die sprechen, singen und auch noch das Publikum dirigieren können? Kann ein Schneemann singen und tanzen? Ist der Weihnachtsmann manchmal eigentlich auch eine Weihnachtsfrau? Und wo ist überhaupt das Rezept für die Weihnachtskekse geblieben? Antworten auf alle diese Fragen gibt das Musical „Die Weihnachtsbäckerei“.

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Bei der bundesweiten Schulaktion „Space Seeds“ werden Schulkinder zu Wissenschaftlern und erforschen Wildblumensamen, die zusammen mit ESA-Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS waren. Als erste Schule erhielt die Heilbronner Silcherschule die aus dem All zurückgekehrten Blumensamen, um damit zu forschen. 

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ALLE NEWS

Kinder des Chaos': "No und ich" kommt als Theaterstück

Was verbindet Lou, eine 15-jährige Hochbegabte aus gutem Hause, Luca, einen 17-jährigen coolen Jungen, nach dem alle Mädchen verrückt sind, und No, eine 18-jährige Obdachlose, die durch alle Maschen des sozialen Netzes gerutscht ist, miteinander?

Auf den ersten Blick nicht viel, stammen sie doch aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen. Bei genauerem Hinschauen aber eine ganze Menge. Denn die drei Protagonisten des preisgekrönten und in 15 Sprachen übersetzten Romans »No und ich« sind »Kinder des Chaos«, so beschreibt es ihre Schöpferin Delphine de Vigan. Eigentlich sind sie zerbrechlich und anlehnungsbedürftig, aber in der schwierigen Phase ihres Erwachsenwerdens ganz auf sich gestellt – egal ob sie nun aus einem privilegierten sozialen Umfeld stammen oder aus einem schwierigen. Jetzt kommt »No und ich« in der Bühnenfassung von Juliane Kann auf die Bühne der BOXX. Die Premiere ist am 21. September um 20 Uhr in der BOXX. Regie führt Adewale Teodros Adebisi.

Zum Inhalt

Lou ist superschlau. Sie hat einen IQ von 160, ist aber nicht in der Lage, eine Schleife zu binden. Ihre Klassenkameraden halten sie für einen Freak. Der einzige, der sie wirklich versteht, ist ihr Klassenkamerad Luca, der, seitdem seine Mutter zu ihrem neuen Freund gezogen ist, mit dem sich der Junge nur gezofft hat, allein wohnt. Auch Lou ist zu Hause ziemlich auf sich gestellt, denn seit dem Tod ihrer kleinen Schwester vor vier Jahren ist ihre Mutter ist nicht mehr ansprechbar. Eine lähmende Trauer hat sich schwer über die Familie gelegt.

Als Lou und Luca für ein Referat zum Thema Obdachlosigkeit recherchieren, lernen sie am Bahnhof die 18-jährige Obdachlose Nowlen, genannt No, kennen. Sie lebt seit 10 Monaten auf der Straße, nachdem sie aus dem Heim, in dem sie bis zum 18. Lebensjahr gewohnt hat, ausziehen musste. Ihre eigene Mutter hat sie von Geburt an abgelehnt. Lou möchte Nos Geschichte erzählen. Wie ist es, als Mädchen schutzlos auf der Straße zu leben, nicht zu wissen, wo man nachts schläft und wann man wieder etwas zu essen bekommt? Die beiden treffen sich regelmäßig und dann fasst Lou einen Entschluss: Sie wird Nowlen von der Straße holen, ihr ein Obdach geben – wozu lebt Luca allein in seiner elterlichen Wohnung – und ihr helfen, in ein normales Leben zu finden. Aber geht das so einfach?
Durch den offenherzig-ungeschönten und zugleich herzerfrischend-naiven Blick der heranwachsenden Lou, deren Engagement an die Fridays-for-Future- Aktivisten erinnert, gelingt eine gleichermaßen eindringliche, bisweilen sogar humorvolle Sicht auf dieses Thema.

Rund 37 000 Jugendliche leben in Deutschland auf der Straße

Delphine de Vigan wollte über Jugendliche schreiben, die auf der Straße leben. Deren Zahl nimmt sowohl in Frankreich als auch in Deutschland mit jedem Jahr zu. Rund 37 000 Straßenjugendliche gibt es zurzeit in Deutschland. Eine genaue Zahl existiert nicht, weil die Betroffenen aus allen Sozialsystemen herausfallen.
Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe verfügen insgesamt über 860 000 Deutsche über keinen eigenen Wohnraum. Sie kommen zeitweise bei Bekannten oder Angehörigen unter, einige leben ganz auf der Straße. Aufgrund von Wohnungsnot, Mietpreisexplosion und zunehmender Armutsrisiken steigt die Zahl Wohnungsloser in Deutschland seit Jahren kontinuierlich an. Auch Familien sind immer stärker betroffen. Klar ist, dass Wohnungslosigkeit die Folge einer Vielzahl von Problemen darstellt, nicht nur individuelles Verschulden, sondern auch strukturelle und institutionelle Versäumnisse sind hier zu nennen.
Das Leben auf der Straße ist hart. Hunger, Kälte, mangelnde Hygiene und fehlende gesundheitliche Versorgung führen dazu, dass Obdachlose im Schnitt eine um 30 Jahre kürzere Lebenserwartung als der Bundesdurchschnitt haben.. Außerdem erleben sie ständig soziale Ächtung und sind gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt. Vor allem weibliche Obdachlose versuchen ihre Lebensumstände möglichst lange zu verstecken, um in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen und kein Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Soziale Verwahrlosung und Einsamkeit entwickeln sich bei Jüngeren zur Volkskrankheit

Daneben geht es Delphine de Vigan und auch Regisseur Adewale Teodros Adebisi um eine weitere Form von Verwahrlosung, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist – die Wohlstandsverwahrlosung. Auch Kinder aus wohlhabenden Verhältnissen können trotz des Besitzes aller äußerlichen Statussymbole innerlich sehr arm sein. Es fehlte ihnen an Zuwendung durch die Eltern, an Momenten, in denen ihnen einfach nur zugehört wird, an Interesse an ihrem Leben, Fühlen und Denken und an Zuneigung. Dabei geht es nicht um die Quantität der Zeit, die Eltern ihren Kindern schenken, sondern um die Qualität. Oft leben solche wohlstandsverwahrlosten Kinder in Familien, in denen es heftig brodelt oder in denen das große Schweigen herrscht. Oder sie haben Eltern, die aufgrund eigener psychischer Probleme nicht in der Lage sind, ihren Kindern Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Digitalisierung macht es möglich, überall und jederzeit mit allen in Kontakt zu sein, und doch leiden vor allem junge Erwachsene unter Einsamkeit. Laut einer Umfrage gaben 17 Prozent der 18-29-Jährigen an, sich ständig oder häufig einsam zu fühlen. In unserer fragmentierten Gesellschaft, in der jeder seinen Weg sucht und geht, greifen traditionelle Zusammengehörigkeitsmechanismen immer weniger. Oft sind Bekanntschaften nur oberflächlich. Und nur wenige haben Menschen, bei denen sie wirklich so sein können, wie sie sind. 

Die Autorin Delphine de Vigan wurde 1966 bei Paris geboren, wo sie mit ihren zwei Kindern lebt. Ihren internationalen Durchbruch erlangte sie 2007 mit ihrem vierten Roman ›No und ich‹, für den sie vielfach ausgezeichnet wurde. 2008 erschien der Roman auch in Deutschland und wurde hier ebenfalls zum Bestseller. Mittlerweile wurde ›No und ich‹ in 20 Sprachen übersetzt und 2010 verfilmt. Ab diesem Schuljahr ist der Roman Realschulprüfungsthema in Baden-Württemberg.