Der Herbst wird in Tripsdrill noch einmal so richtig heiß: Am 30. und 31. Oktober wird bei "Feuer & Flamme" die Magie des Feuers entfesselt.
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Der schönen JANA folgt der launische OTTO

Am Dienstag steht die erste sommerlich anmutende Gewitterlage ins Haus. Danach bauen sich zwischen Westen und Osten markante Gegensätze auf.

Am heutigen Montag kommen Sonnenanbeter nochmal auf ihre Kosten. Hoch JANA, das seinen Schwerpunkt von Südschweden über die Ostsee zum Baltikum verlagert, spendiert viel Sonnenschein, nur gebietsweise zeigen sich dichtere Wolkenfelder. Es mag sich zwar noch nicht nach Sommer anfühlen, vor allem nicht im Nordosten, wo kühlere Polarluft eingeflossen ist. Die Sonnenstrahlung gewinnt völlig unbeeindruckt davon aber schon deutlich an Stärke! Die Sonne steht mittags bereits so hoch über dem Horizont wie Mitte September. Dementsprechend besteht bei längerem Aufenthalt in der Sonne durchaus schon erhöhte Sonnenbrandgefahr!

Ab Dienstag nimmt das freundliche Hochdruckwetter dann allerdings ein jähes Ende, sodass statt Sonnencreme eher der Regenschirm eingepackt werden sollte. Tief OTTO, das vom Seegebiet südlich Island zur Nordsee zieht, übernimmt das Zepter. Bevor zum Abend die Kaltfront auf den Westen Deutschlands zusteuert, führt OTTO mit einer südwestlichen Strömung nochmal einen Schwall sehr milder Subtropikluft heran. Die Luft ist vor allem vom Westen und Nordwesten bis zur Mitte nicht nur instabil geschichtet, sondern auch feucht. Vertikale Luftmassenumwälzungen werden dadurch begünstigt, als Folge dessen können sich dort im Tagesverlauf verbreitet Schauer und auch lokale Gewitter entwickeln. Die Situation ist zwar nicht zu vergleichen mit einer sommerlichen, unwetterträchtigen Gewitterlage, allerdings macht sich der schon höhere Energiegehalt der Luft bemerkbar, der sich in den Gewittern schließlich entladen kann. So kann es zumindest räumlich eng begrenzt für kurze Zeit kräftig schütten (um 10, ganz vereinzelt auch bis 15 Liter pro Quadratmeter). Auch stürmische Böen und kleinkörniger Hagel sollte man nicht ausschließen. Nach Osten zu muss man keine Gewitter fürchten, auch Regenwolken bleiben zunächst noch "außen vor", sodass dort ein weiterer freundlicher Frühlingstag ins Haus steht.

Eingeklemmt zwischen dem Azorenhoch und Hoch JANA über Osteuropa nistet sich im weiteren Wochenverlauf tiefer Luftdruck über Mitteleuropa ein. Ausgehend von Tief OTTO, das sich von der Nordsee zu den Britischen Inseln zurückzieht, erstreckt sich am Mittwoch und Donnerstag eine Tiefdruckrinne mit mehreren Tiefdruckzentren bis in den westlichen und zentralen Mittelmeerraum. Darin eingebettet ist die in der Nacht zum Mittwoch auf den Westen übergegriffene Kaltfront, die nun als sich nur noch unwesentlich west- oder ostwärts verlagernde Luftmassengrenze fungiert. Wo die Luftmassengrenze tatsächlich liegen wird, ist noch unklar. Wahrscheinlich aber irgendwo über der Osthälfte Deutschlands, sodass sich zwischen West und Ost Gegensätze aufbauen, insbesondere hinsichtlich der Temperatur. An der Westflanke der Luftmassengrenze macht sich nämlich kühle, polare Meeresluft breit, in der es zu schauerartigen Regenfällen kommt, im west- und südwestdeutschen Bergland kann es sogar schneien. Selbst tagsüber verharren die Temperaturen dort teilweise bei Werten von nur wenigen Grad über Null. An der Ostflanke der Luftmassengrenze wird dagegen sehr milde Mittelmeerluft nordwärts geführt, in der sich Sonne und Wolken abwechseln und sich bevorzugt nachmittags einzelne Schauer und Gewitter entwickeln. Diese können in der relativ energiereichen Luft wieder mit Starkregen und kleinem Hagel einhergehen. Bei längerem Sonnenschein sind vor allem Richtung Oder und Neiße sowie in Niederbayern Höchsttemperaturen um 20 Grad möglich.

Spätwinterliches und frühlingshaftes Wetter liegen ab Wochenmitte also womöglich nah beieinander. Für April sind solche "Grenzwetterlagen" oder zumindest ein "Hin und Her" zwischen Spätwinter und Frühling ziemlich typisch. Der Monat ist nicht um sonst bekannt dafür, vieles zu können, aber nicht zu wissen, was er will.

Dipl.-Met. Adrian Leyser, Deutscher Wetterdienst Offenbach

 

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