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Region: Roter Riesenvollmond am 21. Januar

Von Dr. Carolin Liefke

Astro-Tipp von der Vereinigung der Sternfreunde und dem Haus der Astronomie in Heidelberg für alle Frühaufsteher: Wer am Morgen des 21. Januar 2019 vor 6:45 Uhr einen Blick an den Himmel wirft, kann eine totale Mondfinsternis bestaunen. Dann leuchtet der sonst so strahlende Vollmond zwischen den Sternbildern Zwillingen und Krebs glutrot.

Um das Finsternis-Spektakel in seiner gesamten Länge zu verfolgen, muss man allerdings sehr früh aus dem Bett: Kurz nach 4:30 Uhr beginnt der Mond sich langsam in den Schatten der Erde zu schieben. Dort ist es nicht völlig finster, da die Erdatmosphäre noch immer etwas Sonnenlicht in den Erdschatten lenkt. Wie beim Sonnenuntergang bleiben allerdings nur rote Farben übrig, daher leuchtet der verfinsterte Vollmond in einem gespentischen roten Licht. Das als „Blutmond“ zu bezeichnen, geht allerdings an der Sache vorbei, denn die Phase der totalen Verfinssterung ist eine völlig ruhige und friedliche Angelegenheit.

Vom ersten Kontakt des linken Mondrandes bis zur völligen Verfinsterung vergeht über eine Stunde. Zunächst sieht der Mond wie ein angebissener Keks aus, bald darauf fehlt ein größeres Stück und man hat den Eindruck, es sei Halbmond. Doch es geht weiter, um 5:41 Uhr ist die Mondscheibe völlig vom Erdschatten verdeckt, jetzt beginnt die Totalität. Ganz dunkel ist der Mond trotzdem nicht, rechts leuchtet er etwas heller als links – wieder eine Folge der schützenden Lufthülle unserer Erde.

Um 6:12 Uhr dann der Höhepunkt: Jetzt ist die Mitte der Finsternis erreicht, ab dann schleicht sich Luna wieder langsam aber sicher aus dem Schatten der Erde hinaus. Bis um 6:44 Uhr dauert die totale Mondfinsternis, das sind insgesamt eine Stunde und drei Minuten. Wer jetzt erst wach wird, hat aber noch bis 7:30 Uhr Zeit, um wenigstens den teilweise verfinsterten Mond zu sehen.

Der Mond steht dann schon sehr niedrig am Himmel und sieht im Vergleich zum Horizont größer aus als sonst. Das ist eigentlich eine optische Täuschung, doch wie es der Zufall so will, befindet sich der Mond an diesem Morgen auch fast in minimalem Abstand zur Erde und ist daher gut zehn Prozent größer als gewöhnlich. Natürlich nur scheinbar, denn am wahren Durchmesser des Mondes ändert sich natürlich nichts. Kurze Zeit später geht der Mond unter und bereitet der Mondfinsternis damit ein natürliches Ende.

Für alle Langschläfer ein Trost: Bereits am 16. Juni findet die nächste Mondfinsternis statt. Der Mond wird dann zwar nur teilweise verfinstert, dafür kann man das Schauspiel bequem am Abendhimmel beobachten. Auf die nächste totale Mondfinsternis müssen wir hingegen bis zum 14. März 2025 warten.