ALLE NEWS

Region: Polizei beklagt Gewalt gegen Polizeibeamte

Eine bedenkliche Bilanz musste die Unterländer Polizei nach dem letzten Wochenende ziehen. Bei fünf Einsätzen gab es Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte und es wurden fünf Polizisten verletzt. Zum Glück handelte es sich jeweils lediglich um leichte Verletzungen, Polizeipräsident Hans Becker sprach trotzdem von "einer nicht akzeptablen Entwicklung."

Der Polizeichef verweist auf die Zahlen der Kriminalstatistik des Jahres 2017. Im vergangenen Jahr wurde ein Fünf-Jahres-Höchstwert im Bereich der Straftaten gegen Polizeibeamte registriert. Während es im Jahr 2013 in 146 Fällen zur Gewalt gegen Polizeibeamte kam, waren es im Jahr 2017 201 Fälle im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn waren es 2013 zusammen 78 Fälle, im vergangenen Jahr bereits 108. Im laufenden Jahr scheint die Gewalt gegen Polizeibeamte weiter zu gehen. Im gesamten Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums wurden bereits rund 40 Fälle gezählt. Auf den Stadt- und Landkreis Heilbronn entfallen davon mehr als die Hälfte. Über die Widerstände am vergangenen Wochenende wurde zum Teil bereits berichtet. Am Samstagmorgen sprühte ein Tatverdächtiger nach einem Diebstahl in einer Heilbronner Tankstelle mit Pfefferspray nach einem Beamten, so dass dieser eine Reizung der Augen erlitt. In Eppingen musste am Samstagvormittag ein 29-Jähriger mittels körperlicher Gewalt aus einer Wohnung gebracht werden. Nachmittags gab es Ärger am Rand eines Fußballspiels in Neckarsulm. Bei dem Einsatz wurden ein Fan und zwei Polizeibeamte verletzt. In Horkheim verletzte sich am Samstagabend eine Frau, die sich weigerte, eine Wohnung zu verlassen, mit einem Küchenmesser selbst und ging dann mit diesem auf Polizisten los. Nur mithilfe des dienstlichen Pfeffersprays konnten die Beamten den Angriff abwehren. In Heilbronn rief der Sicherheitsdienst einer Asylbewerberunterkunft die Polizei zu Hilfe, da ein Mann, der Hausverbot hat, das Gebäude nicht verlassen wollte. Er wehrte sich massiv, als er aus dem Haus gebracht wurde. Eine Beamtin und ein Beamter erlitten durch die Abwehrbewegungen Verletzungen. Hans Becker betont, dass genossener Alkohol oder Drogenkonsum keine Ausreden seien: "Für verbale oder körperliche Angriffe gegen Polizeibeamte und -beamtinnen gibt es keine Entschuldigung. Es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen." Der Polizeipräsident betont, dass aufgrund solcher Ereignisse das Einsatztraining für alle Beamte immens wichtig sei.