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Heilbronn: Mozart und der sanftmütige Herrscher

Mozarts letzte Oper „La Clemenza di Tito“ kommt als Gastspiel des Staatstheaters Karlsruhe nach Heilbronn.

Ein Ideal von einem Herrscher, der in unmenschlichen Zeiten durch Integrität besticht, steht im Mittelpunkt von „La clemenza di Tito“, Wolfgang Amadeus Mozarts letzter Oper. Sie gilt als eines seiner größten Meisterwerke und kommt jetzt als Gastspiel des Staatstheaters Karlsruhe für vier Vorstellungen im Februar 2018 nach Heilbronn. Premiere ist am 2. Februar 2018 im Großen Haus. Für „La clemenza di Tito“ hat Mozart noch einmal all sein Können, all seine Erfahrung und seine ganze visionäre Kraft zusammengenommen, um unter unglaublichem Zeitdruck eine Oper von vollendeter Schönheit zu komponieren. Sie war 1791 ein Auftragswerk zur Krönung des Kaisers Leopold II. von Böhmen und sollte dem Monarchen als Leitbild für die eigene Herrschaft dienen: „La Clemenza di Tito“ erzählt von einem Kaiser, der sich trotz Verrats und bösartiger Intrigen die Tugend der Großmut bewahrt.
Vitellia, die Tochter des ehemaligen Kaisers, die sich selbst Hoffnungen auf die Regentschaft in Rom gemacht hat, muss erkennen, dass der neue Kaiser Tito Vespasiano sie nicht heiraten wird, weil er eine andere liebt. Sie hasst ihn und will Rache! Sie stachelt ihren unterwürfigen Geliebten Sesto, der gleichzeitig der Vertraute des Kaisers ist, auf, ihr blutiges Werkzeug zu werden. Als das Attentat scheitert und Tito unverletzt überlebt, wird Sesto als Drahtzieher des Anschlags verhaftet und vom Senat zum Tode verurteilt. Er nimmt alle Schuld auf sich, um Vitellia nicht zu verraten. Tito ist tief bewegt vom Edelmut seines Jugendfreundes. Als sich Vittelia selbst kurz vor der geplanten Hinrichtung Sestos als Anstifterin offenbart, ist Tito davon tief beeindruckt. Er vergibt den Verrat: „Wenn zum Herrschen, freundliche Götter ein hartes Herz nötig ist, dann nehmt mir den Thron, oder gebt mir ein anderes Herz.“
Mozart malte kein strahlendes Porträt eines starken Monarchen, vielmehr zeigte er die Schwierigkeit des Herrschers auf, Macht und Humanität zu vereinen, auf einem Nährboden, in dem Leidenschaften Politik machen. Erstaunlich aktuell, wie die begeisterte Rezensentin Judith von Sternburg nach der Karlsruher Premiere in der Frankfurter Rundschau resümierte: „Was sagt es Herrschern von heute, wenn ein römischer Kaiser sich auf den Standpunkt stellt, wer ihn beleidige, sei entweder dumm, schlecht informiert, verführt oder böse und alles ein Grund, Milde walten zu lassen und sich Wichtigerem zuzuwenden? Ein Kaiser kann sich das leisten, wird der Mann von der Straße vielleicht einwenden, aber ein Staatspräsident zum Beispiel, doch eigentlich auch.“
„La Clemenza di Tito“ war im 19. Jahrhundert genauso erfolgreich wie „Die Zauberflöte“ und um 1815 das meistgespielte Bühnenwerk des Komponisten. Die Oper enthält einige der schönsten Passagen aus Mozarts gesamtem Werk. Sie stößt musikalisch die Tür in Richtung des 19. Jahrhunderts auf, denn er trennte sich von der barocken Aneinanderreihung von Arien, indem er wunderschöne Ensemble- Nummern einfügte und sogar den Kaiser Tito gemeinsam mit seinen Untergebenen singen ließ. Das Publikum bemerkte diese revolutionäre Geste sehr wohl und spendete reichlich Applaus. Die gekrönten Häupter allerdings empfanden dies als Zumutung und Kaiserin Maria Luisa witterte gar eine „deutsche Schweinerei“.

Musikalische Leitung
Gianluca Capuano studierte Orgel, Komposition und Orchesterleitung am Konservatorium seiner Geburtsstadt Mailand. Seine Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis vertiefte er unter anderem an der Scuola Civica di Milano.

Als Dirigent und Organist tritt er in ganz Europa, den USA, Russland und Japan auf. Er ist regelmäßig bei renommierten Festivals, Opernhäusern und Orchestern wie Concerto Köln, dem Ensemble I Barocchisti, dem Orchestra Arpeggione, der Semperoper Dresden, der Oper Köln und am Opernhaus Zürich zu Gast. 2011 nahm er gemeinsam mit Concerto Köln Leonardo Vincis Artaserse auf CD auf. Dem folgten 2012 eine Europatour sowie die Leitung der Wiederaufnahme im Dezember desselben Jahres an der Oper Köln. Er arbeitete mit Künstlern wie Michael Chance, Emma Kirkby, Cecilia Bartoli, Max Emanuel Cencic, Philippe Jaroussky, Diego Fasolis, Lorenzo und Vittorio Ghielmi zusammen. Darüber hinaus leitet er Il canto di Orfeo, ein von ihm gegründetes Alte-Musik-Ensemble, spezialisiert auf die italienische Musik des 16. und 17. Jahrhunderts.
Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Cecilia Bartoli, mit der er zuletzt Norma beim Edinburgh Festival, dem Festspielhaus Baden-Baden und dem Théâtre des Champs-Élysees in Paris erarbeitete sowie kürzlich Händels Ariodante und Rossinis La donna del lago bei den Salzburger Festspielen 2017.

Der junge Schweizer Dirigent Dominic Limburg wurde 1990 in Zürich geboren. Erste prägende musikalische Erfahrungen machte er bei den Zürcher Sängerknaben, bei denen er jahrelang als Solist aktiv war. Parallel zum Gymnasium begann er im Alter von 16 Jahren ein Klavierstudium an der Zürcher Hochschule der Künste bei Eckart Heiligers. Als Pianist war er Preisträger mehrerer nationaler Wettbewerbe und hatte u. a. Auftritte in der Tonhalle Zürich. Ab 2009 begann er zusätzlich ein Gesangsstudium an der Zürcher Hochschule der Künste bei Jane Thorner-Mengedoht. 2012 schloss er den Bachelor in Gesang und Klavier ab. Als Sänger hatte er auch Auftritte in der Tonhalle Zürich und sang am Opernhaus Zürich einen Lehrbuben in den Die Meistersinger von Nürnberg unter Daniele Gatti.
Dominic Limburg begann sein Dirigierstudium im Jahr 2013 bei Johannes Schlaefli in Zürich. Nebst einem Austauschsemester in Hamburg bei Ulrich Windfuhr besuchte er Meisterkurse unter anderem bei Bernard Haitink, David Zinman, Esa-Pekka Salonen, Mario Venzago und Bruno Weil.
Im Rahmen des Studiums dirigierte er unter anderem die Hamburger Sinfoniker, das Berner Sinfonieorchester, das Musikkollegium Winterthur, die Janacek Philharmonie Ostrava, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim, die Nürnberger Sinfoniker und das OER in Sao Paulo.
Seit 2015 wird Dominic Limburg als Stipendiat des Dirigentenforums des deutschen Musikrats gefördert. Im Sommer 2015 schloss er den Master of Arts mit Auszeichnung ab. Zu seinen Operndirigaten der letzten zwei Jahren gehören die Die Fledermaus am Theater Meiningen, I Pagliacci in Pilsen, Die Verkaufte Braut in Teplice, La Serva Padrona an der Rüttihubeliade, dem internationalen Musikfestival in Bern. Darüber hinaus war er musikalischer Assistent u. a. von Will Humburg bei Carmen in Darmstadt und von Franco Trinca bei La finta giardiniera in Biel. Er ist auch seit 2015 Assistent und musikalischer Berater des Jungen Philharmonischen Orchesters Niedersachsen.
2016 wurde er mit dem 8. Deutschen Operettenpreis für junge Dirigenten ausgezeichnet.
Zur Spielzeit 2016/17 wechselt er als 2. Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors ans Staatstheater Karlsruhe.

Regie, Ausstattung, Bühne
Patrick Kinmonth arbeitet international als Opernregisseur, als Bühnen- und Kostümbildner für Opern- und Ballettproduktionen sowie als Creative Director für die britische Vogue, Kurator, Publizist, Designer, Innenausstatter, Fotograf und Maler. Er schuf Ausstattungen für so renommierte Opernhäuser wie die Bühnen von Amsterdam, Barcelona, Madrid, Brüssel, Zürich, London, Venedig, Mailand, Wien und Köln sowie für die Festspiele von Aix-en-Provence und kuratierte Ausstellungen unter anderem für die National Portrait Gallery London, das Metropolitan Museum of Art New York, das Museum Thyssen-Bornemisza Madrid sowie für zahlreiche Museen und Galerien in der ganzen Welt.
Für Robert Carsen schuf er unter anderem Bühnenbilder und Kostüme zur viel beachteten Neuproduktion von Wagners Der Ring des Nibelungen an der Oper Köln, La Traviata am Teatro La Fenice in Venedig, Das schlaue Füchslein und Jenufa an der Vlaamse Opera sowie Die Zauberflöte in Aix-en-Provence, Lyon und an der Volksoper Wien. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen unter anderem Zoroastre, Alcina und Tamerlano am Schlosstheater Drottningholm und in Amsterdam, die Kostüme für La clemenza di Tito an der Nederlandse Opera Amsterdam, Orlando furioso am Théâtre des Champs Elysées in Paris, Kostüme für Pelléas et Mélisande in Brüssel und Rom. Für die Nederlandse Opera entwarf er die Ausstattung zu Castor et Pollux, Lamento d’Arianna und Il ballo delle ingrate, für das Theater an der Wien Partenope, für Barcelona und Brüssel Elektra sowie für München Tamerlano.
Mit Madama Butterfly an der Oper Köln gab er 2008 sein Regiedebüt. Seitdem folgten weitere Regiearbeiten, unter anderem Samson et Dalila an der Deutschen Oper Berlin und in Genève, Don Giovanni und Rigoletto am Theater Augsburg sowie Gassmanns Opera seria an der Brüsseler Oper La Monnaie. An der Oper Köln inzenierte er 2013 Die Gezeichneten von Franz Schreker und die Uraufführung von Detlev Glanerts Oper Solaris. Seine nächste Opernregie ist Tannhäuser in Köln zur Eröffnung der Spielzeit 2017/18.
La clemenza di Tito ist seine erste Arbeit am Staatstheater Karlsruhe vor.

Bühne
Darko Petrovic wurde in Istrien geboren. Nach einem Kunststudium in Venedig bei Giovanni Soccol war er bei zahlreichen Produktionen an Häusern in ganz Europa als Bühnen- und Kostümbildner tätig. Er stattete unter anderem für das Teatro Massimo Bellini in Catania Fidelio, Macbeth und Médée aus, La Bohème am Teatro Verdi in Salerno, Idomeneo und Iphigénie en Tauride beim Festival della Valle d’Itria, Freischütz am Theater Lüneburg und Medea und Der Feuervogel am Theater Würzburg. Für die Kölner Produktion von Janáčeks Das schlaue Füchslein entwarf er die Tierkostüme und war außerdem an Die Entführung aus dem Serail sowie bei Produktionen der Kinderoper beteiligt. Bei Robert Carsens Inszenierung von Wagners Der Ring des Nibelungen an der Oper Köln war er Assistent von Patrick Kinmonth und als solcher auch für die Wiederaufnahmen am Teatro La Fenice Venedig und Gran Teatre del Liceu Barcelona verantwortlich. Mit Patrick Kinmonth verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit, mit dem er bei Madama Butterfly, Solaris und Die Gezeichneten an der Oper Köln, Samson et Dalila an der Deutschen Oper Berlin sowie bei Don Giovanni und Rigoletto am Theater Augsburg die Bühnenräume gestaltete.

Mit dem Bühnenbild für La clemenza di Tito stellt Petrovic sich erstmals am Staatstheater Karlsruhe vor.

Premiere am 2. Februar 2018, 19.30 Uhr, Großes Haus
La clemenza di Tito
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Gianluca Capuano/Dominic Limburg
Regie: Patrick Kinmonth
Bühne: Darko Petrovic, Patrick Kinmonth
Kostüme: Patrick Kinmonth
Dramaturgie: Raphael Rösler, Deborah Maier

Tito: Cameron Becker/Jesus Garcia
Vitellia: Katherine Broderick
Sesto: Dilara Bastar
Servilia: Agnieszka Tomaszewska/Uliana Alexyuk
Annio: Rachel Kelly/Stefanie Schaefer/Kristina Stanek
Publio: Rantus Meszar

Theaterfrühstück am 28. Januar, 11 Uhr, Oberes Foyer
Weitere Vorstellungen: 22. Februar, 24. Februar, 27. Februar – jeweils um 19.30 Uhr

 

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