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Heilbronn: Ermittlungen nach Polizeieinsatz in Boxberg-Bobstadt laufen auf Hochtouren

In einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten die Leiter der Staatsanwaltschaft Mosbach, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA BW) sowie des Polizeipräsidiums Heilbronn am Donnerstag, 21. April 2021 über Ermittlungsmaßnahmen im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz in Boxberg, bei dem am Morgen des 20. April in Boxberg-Bobstadt ein Polizeibeamter angeschossen worden ist.

Polizeipräsident Hans Becker, Leiter des für den Tatort zuständigen Polizeipräsidiums Heilbronn, schildert detailliert den Einsatz, der notwendig geworden war, weil ein 54 Jahre alter Mann im Verdacht steht, illegal eine Waffe besessen zu haben. Noch bevor Kräfte des Spezialeinsatzkommandos das umzäunte Areal in Bobstadt betreten können, werden sie beschossen. Ein Beamter wird getroffen. Er kann von seinen Kollegen schwerverletzt in Sicherheit gebracht werden. Einige Schüsse treffen auch das Haus der unbeteiligten Nachbarn. Das Wohnhaus des 54-Jährigen geht wenig später in Flammen auf. Sieben Personen können widerstandlos und unverletzt festgenommen werden. Die kriminaltechnische Untersuchung kann erst, nachdem der Brand gelöscht ist, ab dem Nachmittag stattfinden, parallel werden die Festgenommenen und Zeugen befragt. Bei Durchsuchungen des Areals und weiterer Objekte wurden zahlreiche Lang- und Kurzwaffen, darunter automatische Schusswaffen sowie Munition, aber auch Beweismittel, die einen Bezug zur so genannten Reichsbürgerszene zulassen, gefunden. "Es hat sich im Nachhinein als richtig erwiesen, diesen Einsatz mit unseren Spezialeinsatzkräften zu planen und auch durchzuführen. Die besonderen Einsatzmittel und die besonnene und professionelle Vorgehensweise der Kräfte des SEK haben Schlimmeres verhindert. Trotzdem ist auch in solchen Einsatzlagen eine absolute Sicherheit nicht zu garantieren. Unsere Gedanken und Wünsche nach baldiger Genesung gelten unserem verletzten Kollegen", erklärte Polizeipräsident Becker im Rahmen der Pressekonferenz.

Die Ermittlungen zu den Geschehnissen werden nun gemeinsam durch die Staatsanwaltschaft Mosbach, dem Polizeipräsidium Heilbronn und dem Lan-deskriminalamt Baden-Württemberg durchgeführt. Der Leiter des LKA, Präsident Andreas Stenger gibt erste Ergebnisse der Ermittlungen und der forensischen Untersuchungen bekannt und zeigt an mehreren Exponaten deren Gefährlichkeit. Der Ermittlungen und kriminaltechnischen Begutachtungen werden mit Hochdruck geführt. "Wir setzen unsere gesamte forensische Expertise ein und haben neben den Experten des Kriminaltechnischen Instituts unsere Staatsschutzermittler sowie weitere Spezialisten im Bereich digitale Spuren im Einsatz, um diese Tat umfassend aufzuklären und damit dafür Sorge zu tragen, dass solchen Tätern, die die Legitimation unseres Staates ablehnen, kein Raum gegeben wird", so Stenger.

Dr. Florian Kienle, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mosbach, informiert über den derzeitigen Stand des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. Der 54-jährige Hauptverdächtige hatte sich noch am Tattag umfassend zur Sache eingelassen und eingeräumt, die Schüsse auf die Polizeibeamten abgegeben zu haben. Gegen den Hauptverdächtigen wurde bei dem Amtsgericht Tauberbischofsheim ein Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und un erlaubten Besitzes einer Kriegswaffe beantragt; der Haftbefehl wurde zwischenzeitlich erlassen, dem Beschuldigten eröffnet und in Vollzug gesetzt. Im Laufe der weiteren Ermittlungen sei neben einer möglichen politischen Motivation für die Tat insbesondere auch die Frage zu klären, wie der Hauptverdächtige in den Besitz der Waffen kam, für die er keine waffenrechtliche Erlaubnis hatte.

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