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Heilbronn: Starker Anstieg der Infektionszahlen

Bei immer mehr Heilbronnern wird derzeit eine Erkrankung an Covid-19 nachgewiesen. „Die rasant steigende Zahl der Fälle zeigt, dass wir uns auch in Heilbronn in einer Phase des exponentiellen Wachstums befinden“, sagt Oberbürgermeister Harry Mergel.

 „Ende letzter Woche kamen täglich bis zu 100 und mehr Fälle dazu, das führt bei unserer relativ geringen Bevölkerungszahl zu einem massiven Anstieg der 7-Tages-Inzidenz.“ Die 7-Tage-Inzidenz lag am Sonntag, 11. April, bei 281,2.

Den starken Anstieg sieht Mergel als Folge der Lockerungen Anfang März, als die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn über eine Woche hinweg unter 35 lag, zuletzt am Dienstag, 9. März. Die Coronaverordnung des Landes gab die Öffnung umfangreiche Lockerungen vor, gegen den Rat von Wissenschaftlern und besonnenen Politikern. Seitdem steigt die Inzidenz kontinuierlich. „Diese Entwicklung kann niemanden wirklich überraschen“, sagt Mergel. Vor Lockerungen sei bereits gewarnt worden, weil sich die hoch ansteckende englische Variante beständig weiterverbreitete. Mittlerweile dominiert sie das Infektionsgeschehen in Heilbronn. „Die Lage ist sehr ernst. Das belegt auch die Situation in den SLK-Kliniken. Dort steigt die Zahl behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten, vor allem auch auf der Intensivstation.“

Die Infektionslage ist weiterhin diffus, größere lokale Häufungen sind nicht darunter. „Die absolut dominierende Rolle bei den Infektionsketten spielen private Kontakte“, sagt Dr. Peter Liebert, Leiter des Städtischen Gesundheitsamts. Überwiegend erkranken derzeit vor allem junge Menschen, vor allem in der Altersgruppe 21 bis 40 Jahre. Sie machen mit 41 Prozent den größten Anteil aus. Etwa 17 Prozent der Infizierten sind zwischen 0 und 20 Jahre alt, 31 Prozent zwischen 41 und 60. Lediglich elf Prozent sind älter als 61 Jahre.

„In dieser Altersverteilung spiegelt sich wieder, dass wir regelmäßig auch die Kinder in den Kindertagesstätten testen“, sagt Mergel. Mit Beginn der Schule nach den Osterferien werden auch Schülerinnen und Schüler in den Schulen getestet. Zudem besteht in Heilbronn ein umfangreiches Angebot an Schnelltestzentren. „Unsere Bürgerinnen und Bürger zeigen eine hohe Eigenverantwortung und nehmen das Schnelltest-Angebot wahr. So werden gerade bei Asymptomatischen Infektionen erkannt und die Infektionskette kann unterbrochen werden.“

Dort werden wöchentlich mit steigender Tendenz ca. 10 000 Tests vorgenommen, etwa ein Prozent davon mit positivem Ergebnis. Mit den darüber hinaus durchgeführten Schnelltests in Arztpraxen, Gemeinschaftseinrichtungen, Betrieben und Pflegeheimen finden pro Woche insgesamt hochgerechnet etwa 17 000 Schnelltests in Heilbronn statt.

Da das Städtische Gesundheitsamt lediglich für 126 000 Einwohner zuständig ist, bewirken hohe Fallzahlen einen vergleichsweise stärkeren Anstieg als bei einem Kreis mit größerer Einwohnerzahl. 

Der starke Anstieg der Infektionszahlen erfordert zusätzliche Kapazität für eine intensive Nachverfolgung der Kontaktpersonen durch das Städtische Gesundheitsamt. „Bei dem rasanten Anstieg kommt das Amt an seine Grenzen“, sagt Liebert. Deshalb wurde die Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten auf 20 aufgestockt und 5 weitere städtische Mitarbeitende aus verschiedenen Ämtern verstärken den Bereich Kontaktpersonennachverfolgung. 

OB Mergel: „Wir haben es schon einmal geschafft, von einer hohen Inzidenz wieder herunterzukommen. Wir werden es gemeinsam mit Solidarität und Zusammenhalt auch dieses Mal wieder schaffen.“

Info: Die Schnelltest-Stationen sind auf www.heilbronn.de/coronavirus aufgelistet sind und werden laufend aktualisiert.

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